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Trauerarbeit

Dies ist ein Auszug aus meinem Buch "Tiere und das Sterben", welches ich als Trauerarbeit vor vielen Jahren geschrieben habe. 

 

Wenn ein Tier von uns gegangen ist, ist die nachfolgende Zeit sehr wichtig für uns. Wir dürfen uns nicht einfach dem Alltag wieder widmen und alles verdrängen. Es werden Gefühle aufkommen und diese Gefühle wollen beachtet und gelebt werden.

 

Als Tony am 22.Juni 2007 starb, musste ich eine halbe Stunde später das Haus verlassen um ins Büro zu fahren. Ich hatte drei Beratungsgespräche für diesen Nachmittag abgemacht, aber ich wusste ganz genau, dass ich keines dieser Gespräche würde führen können.

Als die Leute anriefen, erklärte ich ihnen was passiert war und wir verschoben die Gespräche auf ein paar Tage später.

Der 22.6. war ein Freitag und am Samstag hatte ich einen Workshop "Treffen mit Naturgeistern." Da es viel zu kurzfristig war allen einen Brief zu schreiben und ich nicht die E-Mail Adressen oder Telefonnummern von allen Leuten hatte, musste ich die Leute für den Workshop anreisen lassen. Irgend wie war mir das nicht recht, aber ich wusste, dass es einen Grund haben würde. Als alle versammelt waren, erzählte ich ihnen was passiert war und dass ich den Workshop durchführen könne und ihnen den Inhalt vermitteln könnte. Dass ich aber nicht meine persönliche Energie einbringen könne. Dazu sei ich nicht in der Lage.

Ich schlug ihnen vor, den Workshop zu verschieben und alle waren damit einverstanden. Da wir alle versammelt waren, konnten wir ein Datum finden, das für alle passte.

Ich hätte genausogut den Workshop ohne ein Wort zu sagen durchführen können aber dann hätte ich mich selbst betrogen und ich hätte mich scheusslich gefühlt.

 

Stehen Sie zu Ihren Gefühlen und leben Sie diese auch. Wenn Sie trauern, dann schämen Sie sich nicht, dies auch zuzugeben. Die anderen Menschen haben mehr Verständnis als wir manchmal glauben.

 

Weiss mein Tier, dass ich an es denke?

Wenn Sie an ihr Tier denken, stellen Sie automatisch eine telepathische Verbindung zu ihm her. Ihr Tier weiss ganz genau, dass Sie an es denken. Es kann dann sein, dass Sie ihr Tier plötzlich ganz nahe spüren. Dann verbindet sich ihr Tier auch mit Ihnen. Nehmen Sie das nicht als Einbildung oder Spinnerei an, sondern seien Sie dankbar dafür, dass es geschieht.

 

Ihr Tier weiss auch, dass Sie an es denken, wenn es noch nicht gestorben ist. Eine Bekannte kam einmal mit einem Problem zu mir, weil ihre Hündin sich nicht ruhig verhalten konnte wenn sie bei der Arbeit war. Sie war nur 2 Stunden weg, aber die Hündin konnte das nicht gut verarbeiten.

 

Ich schlug ihr vor, dass sie ihre Hündin telepathisch zur Arbeit mitnehmen sollte. Sie solle ihr sagen wenn sie gehen würde: "komm wir gehen zur Arbeit. du kommst einfach telepathisch mit." Wenn Sie dann dort sei, solle sie an ihre Hündin denken und sie sich bei sich vorstellen. Sie solle sich vorstellen, dass die Hündin durch ihre Augen sehen würde.

Einige Tage später rief sie mich an und sagte, dass dies perfekt funktioniere. Die Hündin sei nun ruhig wenn Sie zur Arbeit ginge.

Dies ist wiederum ein Beispiel dafür, dass ein Tier genau weiss, wenn man an es denkt und wenn man es auffordert telepathisch auch noch dabei zu sein, dann kann man dem Tier auch eine Freude machen.

 

Sie können auch so ihr verstorbenes Tier auffordern, mit Ihnen irgendwo hin zu gehen und sie können seine Anwesenheit geniessen.

 

Wie lange geht die Trauerzeit?

Wie lange die Trauerzeit dauert ist ganz alleine Ihre Entscheidung. Aber bitte trauern Sie und leben Sie danach weiter. Es ist ganz wichtig, dass man nicht vergisst, weiter zu leben. Sie sind nicht gestorben, sondern ihr Tier. Ihr Tier lebt nun in einer körperlosen Welt und ist dort glücklich. Nehmen Sie ihre Gefühle wahr und verarbeiten Sie die Trauer. Nachfolgend ein paar Beispiele wie man die Trauer leben kann.

 

Hier noch eine andere Ansicht über Trauer:

Als Spot nach nur drei Tagen wieder dastand, weil er einen Seelentausch machte, sagte ich zu ihm, dass er mir ja gar keine Zeit zum Trauern gelassen habe. Er meinte dazu: "Trauern ist eine Egosache. Du trauerst um dich und nicht um das Tier. Du trauerst, weil du alleine gelassen wurdest. Ich finde Trauer ist unnötig."

 

Als er mir das sagte, war es ein heftiger Schlag ins Gesicht. Im Nachhinein, muss ich sagen, dass er Recht hatte. Trauer hat wirklich mit dem Ego zu tun aber wir sind alle Individuen und haben nun mal ein Ego. Dieses Ego macht sich durch unsere Gefühle bemerkbar und unsere Gefühle wollen gelebt werden, denn sonst wird der Körper irgendwann mal krank. Trauer ist also in Ordnung. Aber wenn die Gefühle ausgelebt sind, sollte man auch wieder aufhören können. Sonst hat man wirklich ein Egoproblem.

 

Leben Sie also Ihre Gefühle, aber steigern Sie sich nicht in etwas hinein woraus sie nicht wieder rauskommen. Vergessen Sie nicht zu leben.

 

Ein Brief an mein Tier

Eine Idee, um die Trauer zu verarbeiten ist es, einen Brief an das Tier zu schreiben. Diesen Brief kann man dann entweder mit ins Grab legen oder bei sich aufbewahren, damit man ihn immer wieder lesen kann.

 

Es gibt Menschen, die so einen Brief auch im Internet veröffentlichen möchten. Es gibt Seiten im Internet auf denen man verstorbener Tiere gedenken kann.

 

Ich selber habe Tony einen Brief geschrieben und als ich ihn veröffentlichen wollte, war der Brief nicht mehr auffindbar. Das hat mich sehr traurig gemacht, denn ich hatte den Brief von Herzen geschrieben und nun war er weg. Da kam mir plötzlich der Gedanke, dass Tony gar nicht wollte, dass ich ihn veröffentlichte, denn es war unser Brief.

Als ich mich also dazu bereit erklärte, den Brief nicht zu veröffentlichen, tauchte er plötzlich wieder auf.

 

Wenn Sie und ihr Tier eine intensive Beziehung hatten, möchte das Tier also unter Umständen gar nicht, dass dies veröffentlicht wird. Respektieren sie das und behalten sie den Brief für sich.

 

Vielleicht schreiben Sie ihm stattdessen ein paar Dankesworte oder ein Gedicht, das Sie dann veröffentlichen. 

 

Fotoalbum machen - So behalte ich dich in Erinnerung

Während Sie ein Fotoalbum von ihrem Tier machen, erleben Sie die Zeit mit ihm wieder. Es kommen Erinnerungen auf, die Sie vielleicht schon lange vergessen hatten. Erleben Sie die Zeit mit ihrem Liebling wieder und behalten Sie ihn so in Erinnerung. Erinnern Sie sich an seine Freude, seine Lebenslust und seine Freundschaft. Lassen Sie sich von den Fotos in die Vergangenheit tragen und schliessen sie ab.

Wenn Ihnen noch etwas einfällt, dass Sie ihrem Tier nie gesagt haben aber haben sagen wollen, denken sie an es und sagen sie es mit ihren Gefühlen. Ihr Tier wird Sie verstehen.

 

Ich zünde dir eine Kerze an

Wie schon in anderen Kapiteln erwähnt, produziert eine Kerze Energie und diese Energie kommt dem Tier zugute. Sie können ein Bild ihres Tieres aufstellen und eine Kerze neben dem Bild brennen lassen. Die konstante Energie wird ihr Tier sicher schätzen. Es kann mit der zusätzlichen Energie seine Aufgaben in der körperlosen Welt einfacher bewältigen.

 

Seit Tony gegangen ist, brennt jeden Tag eine Kerze für ihn. Wenn ich an ihn denke, dann sehe ich ihn immer fröhlich über eine Wiese rennen. Er liebte es zu rennen, konnte aber leider nicht mehr viel rennen am Ende seines körperlichen Daseins. Nun geniesst er es, dass es keinen Hinderungsgrund mehr gibt.

 

Es war lustig mit dir - Anekdoten

Schreiben Sie sich Anekdoten auf, die Sie mit ihrem Tier erlebt haben. Wenn Sie diese später einmal durchlesen, können Sie wieder lächeln und sagen, "Es war lustig mit dir." Jedes Tier stellt mal etwas an worüber man später lachen kann.

Halten Sie diese Momente fest und geniessen Sie sie immer wieder. Anekdoten werden leider oft zu schnell vergessen und wir Menschen tendieren dazu, uns an das Schlechte zu erinnern. Das scheint mehr in unser Gedächtnis eingebrannt zu sein als die lustigen Episoden des Lebens.

 

Sie können die Anekdoten auch mit Bildern oder Zeichnungen ergänzen und ein schönes Erinnerungsalbum machen.

 

Mit Freunden sich erinnern

Treffen Sie sich mit Freunden oder Bekannten, die ihr Tier auch gekannt haben und erinnern Sie sich an die Zeit mit dem Tier.

 

Als Tony starb und ich den Workshop verschob, schlug ich allen Teilnehmern vor, dass wir gemeinsam in eine "Besenbeiz" (das ist eine Art Gaststube, die von Bauern geführt wird) gehen, um etwas zu trinken und zu essen. Die Leute, die Tony gekannt haben, kamen alle mit und wir haben Geschichten am Tisch erzählt und jeder hat erzählt wie er oder sie Tony in Erinnerung behalten wird. Es kamen Geschichten zum Vorschein, an die ich mich nicht mehr erinnerte, aber welche den Leuten im Gedächtnis geblieben waren.

Es war ein sehr schöner Abend in Gedenken an Tony. 

 

T-Shirt oder Tasse mit Foto

Sie können sich ein T-Shirt oder eine Tasse mit dem Foto ihres Lieblings machen lassen. Oder einen Kalender mit Fotos ihres Tieres. Es ist nicht schlecht, wenn man ein Tier in Form von Fotos in Erinnerung behält. Viele Menschen haben Angst, dass die Erinnerung mit der Zeit verblasst und man sich nicht mehr so genau erinnern kann. Das lässt sie verzweifelt an einem mentalen Bild festhalten.

Wenn Sie sich Stützen in Form von Fotos machen, müssen Sie keine Angst haben, dass die Erinnerung verblassen könnte. Sie müssen sich auch nicht schämen wenn Bilder von Ihren Tieren an den Wänden ihres Zuhauses hängen.

Bei mir ist es immer das Erste was den Leuten auffällt. Das sind aber schöne Fotos, höre ich oft von Leuten, die das erste Mal bei mir sind.

 

Die anderen Tiere im Haushalt

Vergessen Sie in Ihrer Trauer die anderen Tiere im Haushalt nicht. Auch diese trauern auf ihre Art und Weise. Verbringen Sie mehr Zeit mit ihnen und vergraben Sie sich nicht in Ihrer Trauer um das verlorene Tier und vergessen dabei ihre anderen Tiere.

 

Meistens wenn ein Tier krank war, hat man sich mehr um es gekümmert als um die anderen Tiere im Haushalt. Das wird von den anderen Tieren auch toleriert, aber wenn das Tier dann weg ist, dann sollte man sich auch wieder mehr um die anderen kümmern und diese nicht vergessen.

 

Erwähnen Sie auch nicht immer das verstorbene Tier wenn das andere Tier im Haushalt jetzt alleine ist.

 

Nachdem Tony von uns gegangen ist, ist meine kleine Hündin Lisa alleine geblieben. Auf unseren morgendlichen Spaziergängen treffen wir oft eine Frau, die sehr gerne Hunde hat und seit Tony gestorben ist, sagt sie immer ganz traurig zu Lisa: "Oh jetzt ist sie alleine." Ich versuche dann immer sofort zu sagen, dass es bald einen anderen Hund gibt und dass es der Lisa gut geht aber ich möchte mir nicht ausmahlen wie es wäre, wenn Lisa bei dieser Frau leben würde. Sie würde Lisa ohne es zu wollen wahrscheinlich in eine Depression stürzen.

 

Gefühle fliessen lassen

Lassen Sie ihre Gefühle fliessen und bleiben Sie nicht irgendwo stecken. Versuchen Sie ihre Emotionen zu leben und dann die Gefühle fliessen zu lassen.

 

Spot hat mir mal gesagt, Emotionen sind gestaute Gefühle. Wenn man Emotionen hat, dann sind das Gefühle, die überschwenglich sind. Sei das im positiven oder im negativen Bereich. Wut ist zum Beispiel ein Gefühl, dass jeder von uns in sich trägt. Wenn man wütend wird und ausrastet, reagiert man emotional. In dem Moment kann die Wut nicht fliesen, staut und quillt über.

Dasselbe Beispiel gilt für alle anderen Gefühle. Auch die Trauer muss man fliessen lassen, damit man danach wieder in seine Mitte findet und man weiter mit beiden Beinen im Leben stehen kann.

  

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Kommentare: 1
  • #1

    Sabrina (Samstag, 04 März 2023 21:56)

    Dankeschön � ♥️ �️